
Donnerstag, 1. März 2012, 20 Uhr im Buchhaus Kirchheim
„Herzlich verbunden“
Hermann Hesse und Thomas Mann in Briefen
Eine Collage von Rudolf Guckelsberger
und Benedikt Schregl
Auf den ersten Blick haben sie wenig gemeinsam, der schüchterne Missionarssohn aus Calw, dem zeitlebens etwas „Mönchisches“ anhaftete, und sein „aristokratischer“ Altersgenosse aus dem fernen Lübeck. Und doch sind beide, auf je eigene Weise, dominierende Gestalten der deutschen Literatur – und sie verband eine Jahrzehnte lange Freundschaft.
„Dass es zu dieser Freundschaft und Kameradschaft gekommen ist, zu einer der erfreulichsten und reibungslosesten meines Lebens, dazu musste vieles geschehen…“
(Hesse an Thomas Mann)
Die Lesung spürt der Kameradschaft dieser zweier „Brüder im Geiste“ nach: private und humorvolle Alltäglichkeiten stehen neben scharfsichtigen Analysen des politischen Zeitgeschehens. Gerade in den schweren Zeiten des Naziregimes und des Exils waren sich beide Trost und Stütze.
Karten zu € 8.– / erm. € 6.– im Vorverkauf und an der Abendkasse.
Das Buch:
Hermann Hesse / Thomas Mann, Briefwechsel, 377 S., € 14.95

Mittwoch, 7. März 2012, 20 Uhr im Buchhaus Nürtingen
Friedrich Hölderlin:
Die Hymne ‚Andenken’
als Quintessenz seiner Reise nach Bordeaux
Eine Interpretation von Horst Zimmerman
Hölderlin ist im Winter 1801/1802 von Nürtingen nach Bordeaux gewandert. Thomas Knubben ist der Route zu Fuß gefolgt, auch im Winter, allein. Er wollte Neues herausfinden über Hölderlins „fatale Reise“, die zum „Wendepunkt im Leben und Schreiben des Dichters“ geworden sei. Die Erfahrungen auf seiner Winterreise, seine Erkundungen in Bordeaux, seine Spekulationen, was Hölderlin wieder zum Aufbruch getrieben hat, bietet Knubben in seinem Buch „Hölderlin. Eine Winterreise“ an.
Thomas Knubben kennt die Quellen. Er gleicht auch das genaue Bild Bordeaux’ in Hölderlins ‚Andenken’ mit der Wirklichkeit ab. Genau gelesen, bietet die Hymne aber überraschend neue Perspektiven. 1803/1804, von Nürtingen aus, vergegenwärtigt sich Hölderlin in ‚Andenken’, was im Leben bleibt. Und
er reflektiert die Grundstrukturen menschlicher Existenz. ? Eine getreue Interpretation legt das offen.
Der Eintritt ist frei.

Freitag, 9. März 2012, 20 Uhr im Buchhaus Kirchheim
Amore, Amore
Musikalische Lesung über die Liebe in Italien.
Reinhold Joppich liest
und Mario Di Leo spielt und singt
Es gibt dazu Wein und einen kleinen Imbiss.
Amore, Amore! Oh bella Italia! Das unsterbliche Thema der Literatur! Von tausend und einer Spielart ist erzählt worden, in unzählbaren Kulissen aller Herren Länder. Daraus präsentieren Reinhold Joppich und Mario Di Leo fünf betörende Liebesgeschichten.
Der italophile Verleger, der in Rom arbeitete, liest Erzählungen von Italo Calvino (märchenhaft-grausam) und Rosanna Campo (geerdet und prosaisch endend), von Dario Fo, der burlesk nachgetragene Liebe und Verwirrungen anlässlich der Grablegeprozession seines Vaters schildert, von Alberto Moravia ? Verliebtheit macht hier buchstäblich blind – und Ermanno Cavazzoni, der Dominanz und Depression in einen skurril karikierenden Monolog packt.
Zwischen den Texten singt der Cantautore Mario Di Leo sehnsuchtsvoll und con amore über, richtig, l’amore, l’amore nell Italia, Italia. Zwei kongeniale Protagonisten, die zu Tränen rühren und das Zwerchfell erschüttern.
Karten zu € 12.– / erm. € 10.– im Vorverkauf und an der Abendkasse.
Die CD zum Abend: Amore, Amore. € 15.–

Samstag, 10. März 2012, 16.15 Uhr im Stadtkino in Kirchheim
Freitag, 16. März 2012, 15 Uhr Stadthalle K3N in Nürtingen
Das marotte-Figurentheater spielt:
Die Olchis
nach dem Kinderbuch von Erhard Dietl
Für Kinder von 5 – 9 Jahren.
Dauer der Veranstaltung: 50 Min
Vor einem Jahr, am 26. März 2011, kamen die Olchis höchst persönlich zu einer Mitmach-Veranstaltung in unsere Buchhandlungen – jetzt treten sie in einem Theaterstück des Marotte-Figurentheaters auf. Ganz die alten Schlawiner und Chaoten. Sie sind grün, stinken, schimpfen, fluchen, und wenn sie den Mund aufmachen, fallen die Fliegen
tot von den Wänden. Am liebsten essen sie Stinkesuppe und alte Latschen. Der Olchi-Opa baut mit seinem Enkel einen Teufelfurzmuffler. Sie wohnen auf der Müllhalde in Schmuddelfing. Was sie dort alles für spannende Abenteuer erleben, zeigt das marotte-Figurentheater Karlsruhe in seinen Vorstellungen.
Marotte ist es wieder gelungen, einen Kinderbuch-Klassiker mit seinen tollen Ideen aufleben zu lassen..
Karten zu € 6.– im Vorverkauf und an der Tageskasse
Das Buch:
Erhard Dietl, Die Olchis aus Schmuddelfing. 24 Seiten, € 12.– (und viele andere)

Mittwoch, 14. März 2012, 20 Uhr Buchhaus Kirchheim
Lukas Hartmann:
Räuberleben
Ein hochspannender Roman über
den Räuberhauptmann Hannikel
und das Räuberische im Menschen
Unter den Räubern, die Ende des 18. Jahrhunderts Angst und Schrecken verbreiteten, ist Hannikel einer der gefürchtetsten. Vor ihm zitterten im Schwarzwald und im Elsass Alt und Jung, bis zum letzten Kind. Nun ist er auf der Flucht, mit seinen Männern, mit Frauen und Kindern. Wo soll er für seine Sippe einen sicheren Ort finden? Jacob Schäffer, der Oberamtmann von Sulz, ist besessen von einer Mission: Räubern und Jaunern und Zigeunern das Handwerk zu legen. Nach einem Ehrenmord ist er Hannikel endlich auf der Spur – in Chur, in Graubünden wurde er gesichtet.
Wilhelm Grau, Schäffers Schreiber, ist bei der Jagd auf Hannikel von Anfang an dabei. Immer schwerer wird es ihm jedoch, diese Menschen bloß als Verbrecher zu sehen – besonders Dieterle, Hannikels elfjährigen Sohn.
Karten zu € 8.– / erm. € 6.– im Vorverkauf und an der Abendkasse.
Das Buch:
Hartmann, Räuberleben. 352 Seiten, € 22.90

Donnerstag, 15. März 2012, 20 Uhr im Buchhaus Nürtingen
Bascha Mika:
Die Feigheit der Frauen
Rollenfallen und Geiselmentalität.
Eine Streitschrift wider den Selbstbetrug.
Bascha Mikas Buch „Die Feigheit der Frauen“ ist eine Streitschrift, die mit weiblichem Verhalten kritisch ins Gericht geht, die den Selbstbetrug zeigt, dem Frauen heute unterliegen. Frauen, sagt Bascha Mika, fordern ein eigenes Leben und stolpern doch in selbstverschuldete Unmündigkeit. Sie reden von Selbstbestimmung und erliegen doch der Faszination traditioneller Rollen. Rhetorisch sind sie emanzipiert, doch in der Praxis versagen sie jämmerlich und bestärken die alte Geschlechterordnung. Freiwillig. Weil es bequem ist, weil Frauen Konflikte scheuen und davon profitieren. Frauen sind zu feige.
Die ehemalige Chefredakteurin der taz ist heute freie Publizistin und Honorarprofessorin an der Universität der Künste in Berlin. Sie polemisiert gegen die grassierende weibliche Geiselmentalität. Frauen, fordert sie, müssen den Mut entwickeln, dem selbst gewählten Rückfall in alte Rollenmuster zu widerstehen.
Karten zu € 8.– / erm. € 6.– im Vorverkauf und an der Abendkasse.
Das Buch:
Bascha Mika, Die Feigheit der Frauen. 254 Seiten, € 14.99
Foto: © Anja Weber

Donnerstag, 22. März 2012, 20 Uhr Buchhaus Nürtingen
Die Buchhandlung Zimmermann lädt zu ihrem
125-jährigen Jubiläum ein!
Rudolf Guckelsberger erzählt von
„Bücherwahn und Leselust“
Um ein paar jubilierende Bemerkungen kommen wir wohl nicht herum. Die wollen wir aber kurz halten.
Von unserer Geschäftsgrundlage, der Literatur, soll umso mehr die Rede sein: Von „Bücherwahn und Leselust“
wird Rudolf Guckelsberger plaudern.
Danach wollen wir gemeinsam feiern.
Der Eintritt ist natürlich frei.
Bitte bestellen Sie aber unbedingt Platzkarten.

Donnerstag, 26. April, 20 Uhr im Buchhaus in Kirchheim
Anna Katharina Hahn:
Am Schwarzen Berg
Roman
Ein Wiedersehen mit der Autorin von „Kürzere Tage
Ein Idyll im Landschaftsschutzgebiet und Stuttgart im Tumult der neuen Protestbewegung. Von seinem Balkon aus beobachtet Emil Bub, ein Lehrer kurz vor der Pensionierung, wie Peter, der Sohn seines Nachbarn, in sein Elternhaus zurückkehrt. Mia, Peters Freundin, ist mit den gemeinsamen Kindern verschwunden. Peter ist verzweifelt. ? Seit den Siebziger-Jahren leben Emil Bub und seine Frau Veronika am „Schwarzen Berg“. Ein verwilderter Garten und ein schlichtes, altes Haus werden für sie zum Refugium. Bis die Raus eines Tages das Nebenhaus kaufen. Die kinderlosen Bubs entdecken den kleinen Peter Rau als Wahlverwandten. Emil zieht Peter tief hinein in seinen Kosmos aus schwäbischer Gelehrsamkeit und gemäßigter Anarchie, in dessen Mittelpunkt der Romantiker Eduard Mörike steht. Einen Sommer lang kämpfen die Eltern Rau und die Nachbarn Bub um das Wohl des verzweifelten jungen Vaters.
Karten zu € 8.– / erm. € 6.– im Vorverkauf und an der Abendkasse.
Das Buch:
Anna Katharina Hahn, Am Schwarzen Berg. 238 S., € 19.95
Foto: © Sven Paustian